Marinearsenal Trappenkamp

Marine-Arsenal „Trappenkamp“:

Seit der preußischen Annexion der Herzogtümer Schleswig und Holstein im Jahre 1866 wurde vieles dem preußischen Militärcharakter unterworfen. Durch die allgemeine 3-jährige Wehrpflicht benötigte man Kasernen und Übungsgelände. In diesem Zusammenhang wird auch die Gönnebeker Heide von 1875 – 1899 für militärische Zwecke genutzt. Erstmals 1890 biwakierten die Soldaten in großen Zeltlagern, ca. 150 Zelte waren mit je 8 Soldaten belegt. Davor mussten die Bewohner die Quatiere gemäß einer Verordnung zur Verfügung stellen.

Die folgenden Fotos zeigen Ausschnitte aus einem Diorama im Bunkermuseum Trappenkamp.

Nachdem die Militärs das Gelände nicht mehr benötigten, wurde es 1901 dem  Forstfiskus im Tausch gegen andere Flächen übergeben. Man begann sofort mit der Aufforstung. 34 Jahre konnten die Bäume in Ruhe wachsen. Das Marinesperrwaffenarsenal Trappenkamp wurde 1936 als erstes seiner Art in Dienst gestellt. Die Aufgaben lagen darin, die Sperrwaffen zusammenzubauen und so zu warten, dass sie kriegsfertig und sofort einsatzbereit sind.

Zu den „Sperrwaffen“ zählten alle in Betracht kommenden Seeminenarten, Wasserbomben, Sperren wie Netze, Trossen- und Balkensperren. Außerdem Minensuch- und Räumgeräte zur Beseitigung von Minen, Schiffsschutzgeräte (sie sollen Minen gefahrlos beseitigen oder die Detonation schwächen), Sprenggeräte für Spengaufgaben.

Das Foto unten zeigt eine Seemine mit Betonanker außerhalb des Museums.

Das Arsenal bestand aus:

  • 95 Minenlagerhäusern
  • 17 Sprengbüchsenhäusern
  • 13 Zündlagerhäusern
  • 3 Minenarbeitshäusern
  • 3 Munitionsarbeitshäusern
  • 3 Großzubehörhäusern
  • 3 Zubehörhäusern
  • 2 Bikprüfhäusern (Bik ist eine Abkürzung für Balloninklination. Inklination kommt aus der Geographie und bedeutet „Ausrichten einer Magnetnadel zur Waagerechten“ und der „Ballon“ ist eine runde Schutzhülle.)
  • 1 Bikwerkstatt
  • 1 Biklagerhaus
  • 1 Zementvergußhaus
  • 1 Farbspritzhaus

Der folgende Lageplan zeigt das Gelände nach den vorhandenen Unterlagen.

Der Fuhrpark bestand aus:

  • 9 Schmalspurlokomotiven, 600 mm Spurweite
  • 13 Draisinen
  • 127 Tafelloren für den Transport von Minen
  • 3 Personenwagen
  • 2 Diesellokomotiven

Zum verladen der Minen wurden 2 Rampen hergestellt. Auf der einen Seite für die Schmalspurbahn und auf der anderen für die Normalspurbahn.

Die Fotos unten zeigen eben diese Rampen.

Zur Sicherung der militärischen Anlage diente ein 2 m hoher doppelter Stacheldrahtzaun. Zur Luftabwehr entstanden 8 hölzerne Flakhochstände mit 2 cm Flak-Geschützen.

Das folgende Foto zeigt eines der ehemaligen Tore ins Gelände.

Bedingt durch die große Anzahl von Flüchtlingen wurden die Häuser der ehemals militärischen Anlage nach Kriegende zu Wohnungen umgebaut und das einstige bewaldeten Areal abgeholzt.

Die Bilder unten zeigen die Schäden nach einem Bombenabwurf im Jahr 1942. Die Bomben fielen genau zwischen die Gebäude, so das nur geringer Sachschaden entstand.

Die folgende Zeichnung zeigt den Umbau eines Munitionslagerhauses zu einem Wohnhaus.