Das Wappen der Marine Flak in Stein gemeisselt.

Die Marineflak ist aus den aktiven Marine-Artillerie-Abteilungen der Reichsmarine entstanden. Sechs Marine-Artillerie-Abteilungen gab es 1932; Kiel, Wilhelmhaven, Swinemünde, Cuxhaven, Pillau und Emden-Borkum.


Eine MAA bestand aus einer schweren Küstenartilleriebatterie und zwei Flakbatterien. Die damalige Marine-Flak-Schule hatte ihren Standort in Swinemünde. Die Horch- und Scheinwerferausbildung befand sich in Cuxhaven.


In Kiel gab es zu diesem Zeitpunkt die Kommandantur der Befestigung der westlichen Ostsee (unter Konteradmiral Mewis), die 1. MAA (unter Fregattenkapitän Wiarda) und die Flugmeldeabteilung westliche Ostsee (unter Korvettenkapitän Graf Beissel von Gymnich).


Stationiert war die 1. MAA in der Kaserne am Eichhof.
Zur Ausbildung der Marineartilleristen gab es bei Dänisch-Nienhof eine Schule für schwere Flak. Bei Stohl befand sich eine Schule für mittlere Flakwaffen und bei Bülk für leichte Flak- und Scheinwerferausbildung.


Kurz vor Ausbruch des Krieges in Polen, am 26.8.1939, wurde mit der Aufstellung des Flak Gruppenkommandos begonnen. Im Zuge dessen wurden die ersten Flak Batterien zum Schutze Kiels aufgestellt.

 

Für den Aufbau des Flakschutzes in Kiel und im Umland waren das Marine-Festungspionier-Bataillion 330, in Zusammenarbeit mit dem Marine-Artillerie-Arsenal Dietrichsdorf und den Marine-Bauämtern zuständig.

 

Bei der Auswahl der Standorte der Batterien wurde Wert auf abwehrtaktische Anhöhen gelegt. Es sollten 3 Verteidigungsringe um Kiel entstehen, der äußere-, der mittlere- und der innere Ring.

Anfänglich gab es Schwierigkeiten bei der Aufstellung und Ausrüstung der einzelnen Batterien und UgruKos. Es konnten nur 5 Batterien mit jeweils einem Geschütz aufgestellt werden. Der leichte Flakschutz beschränkte sich auf die Werften und die Schleusen.


Ende August 1939 lag die Stärke bei:
21 schwere Batterien
50 Maschinengewehre
10 3,7cm Flakgeschütze
27 150cm Scheinwerfer


Nach wie vor gab es Mangel an Gerät und ausgebildetem Personal in den Batterien. So fehlten z.B.:  Zünderstellmaschienen, Salvenglocken und Kommandogeräte. Es bestanden zu diesem Zeitpunkt keine Telefonverbindung zwischen den Batterien und ihren UgruKos. In den Scheinwerferstellungen wurden außerdem Leitrichtgeräte und Nachtgläser bemängelt.


Das unter der Führung von Kapitän zur See Matthias gegründete 1. Marine Flak Regiment führte die Arbeit des Flak Gruppenkommandos ab dem 1.1.1940 fort.


Am 1.5.1942 wurde aus dem Regiment die Marine Flak Brigade I. Brigade-Kommandeur wurde Konteradmiral Matthias, welcher auch schon als Kapitän zur See das Marine-Flak-Regiment befehligt hatte. Von November 1943 bis April 1945 hatte das Kommando Konteradmiral Stichling, sein Nachfolger wurde bis Kriegsende Kapitän zur See Ma Dr. Fenn.

Das folgende Bild zeigt Kapitän zur See Matthias.

Das Bild unten zeigt den Kapitän zur See MA Dr. Paul Fenn